Wolfson College ist eher egalitär als elitär

von macchiato

Ein Unterfangen wie das oben unter „What is this about?“ beschriebene erfordert unter anderem ein Umfeld, das Distanz, Konzentration und Qualität fördert. Wo, wenn nicht in Cambridge? Wolfson ist eines der jüngsten unter den 31 Colleges, aus denen die Universität Cambridge de facto besteht. Die meisten von ihnen dürften mehr als ein halbes Jahrtausend älter sein als mein College. Im Vergleich zu jenen in der Stadtmitte ist Wolfson auf der anderen Seite des Flusses Cam im westlichen Villenviertel Newnham, natürlich viel unscheinbarer. Dafür sind die sanitären Enrichtungen hier viel zeitgemäßer, und so manches andere auch.

Wolfson versteht sich als das kosmopolitischste aller Colleges, und auch als das egalitärste: So gibt es hier keinen „high table“;  d.h., dass z.B. beim Essen niemand auf einem höheren Podest sitzt als die Studenten. In ihrem College geht es vergleichsweise unhierarchisch zu, das betonen auch sein Präsident (woanders heißt er „Master“, was weniger demokratisch klingt) Richard Evans, der Historiker, der auch im deutschen Sprachraum recht bekannt ist, z.B. mit seiner dreibändigen, neuesten Geschichte des Dritten Reichs) sowie sein Stellvertreter, der Ingenieur, Autor und Kolumnist John Naughton, der auch die Wolfson College Press Fellows akademisch betreut.

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