What is Fascism? Depends on your language: Deutsch

von macchiato

Seit 1929 steht das Wort „Faschismus“ im Duden. Im heutigen Online-Rechtschreibduden findet sich die Bedeutung des Wortes „Faschismus“ gleich nach der von „Faschingsumzug“. Wörtlich:

1. von Mussolini errichtetes Herrschaftssystem in Italien (1922–1945)

2.a. nach dem Führerprinzip organisierte, nationalistische, antidemokratische, rechtsradikale Bewegung, Ideologie

2.b. auf dem Faschismus basierende totalitäre Herrschaftsform. Kann

Soweit der Duden. Anschließend durchsuchen wir das Online-Archiv der deutschen Bundeszentrale für Politische Bildung nach Näherem zum Suchbegriff „Faschismus“: 250 Treffer. Aber nur ein kleiner Teil davon bezieht sich auf die erste, engere, ursprünglichere, italienische der beiden obigen Wortbedeutungen. Der Löwenanteil entfällt auf allgemeinere Faschismusbegriffe. In der Faschismus-Definition, die von einem populären Nachschlagewerk der Bundeszentrale angeboten wird, wird denn auch bald die vergleichende Perspektive eröffnet:

Faschismus

(lat.) Ursprünglich aus sozialrevolutionären lokalen Zusammenschlüssen, den Syndikalisten, „Bewegung der Tat“, entstanden, entwickelte sich Anfang der 1920er Jahre in I rasch eine Bewegung, deren Anhänger sich selbst als Faschisten bezeichneten und deren Symbol, das Rutenbündel (ital.: fascio), die Stärke und Überlegenheit des Bundes gegenüber dem einzelnen bedeutet….

Die italienische Entwicklung diente teilweise den dt. Nationalsozialisten als Vorbild, so dass F. und Nationalsozialismus (schwarze und braune Faschisten) teilweise gleichbedeutend verwendet werden. Gemeinsam ist ihnen

a) eine charismatische, autoritäre Führerfigur,

b) die strikte Unterwerfung unter das Führerprinzip und

c) der hierarchische Aufbau der politischen Organisation; weiterhin

d) das rechtsextreme, offen rassistische und fremdenfeindliche Gedankengut und

e) die (in bezug auf andere politische Überzeugungen) negative Eigendefinition (als anti-demokratisch, anti-parlamentarisch, anti-liberal, anti-humanistisch etc.).

Wesentliche Voraussetzung für den Aufschwung des F. (wie des Nationalsozialismus) waren die ökonomische Verelendung großer Teile der Bevölkerung und die Auflösung der traditionellen (auch politischen) Wertordnung. Faschistische Bewegungen gab es in fast allen europäischen Staaten; sie waren in verschiedenen südamerikanischen Staaten auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch von Bedeutung.

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Quellen:

* http://www.duden.de/zitieren/10025203/2.0

* http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17480/faschismus (Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006) 

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