Austerity vs. Growth

von macchiato

Bei der heutigen Sonnenpremiere konnte das Sonntags-Leseritual erstmals draußen vor dem Clubraum vollzogen werden statt drinnen. Den guten alten Observer lese ich noch gerne; andere britische Blätter sind mir zu platt, zu „zeitgeistig“, oder zu insular geworden.

Wesentlicher und zuverlässiger über Europa und die Welt informiert fühle ich mich auch hier von der International Herald Tribune, Le Monde und Financial Times (von meinem persönlichen Welt- und Tagblatt-Ranking fehlt mir in Wolfson’s Clubraum nur die Neue Zürcher Zeitung).

Diese Weltblätter kommentieren den neuesten Stand der Euro-Krise nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich ähnlich einhellig wie schon seit Wochen: Europa brauche weniger austerity, als viel mehr growth, diese Forderung wird allenthalben erhoben, vor allem Richtung Berlin. 

Einverstanden. Wer ist nicht lieber satt als hungrig? Wer hätte nicht lieber mehr Leistung von der öffentlichen Hand und mehr Sicherheit punkto Arbeit, Leib und Leben u.v.a. – und gleichzeitig weniger Sorgen, Steuern, Schulden usw.? 

Aber WIE von heute auf morgen mehr Wachstum und Wohlstand en masse herbeigezaubert werden soll, und WOHER eine öffentliche Hand, die überall hochverschuldet ist, Unsummen für Wirtschaftsankurbelungen, Steuererleichterungen, Investitionen, hernehmen soll, ohne dass das SOZIALE an der Marktwirtschaft verschütt geht – die Antwort darauf fällt den Medien auch nicht leichter als der Wirtschaftswissenschaftlerbranche:

Ihre Diagnosen, Prognosen und Therapievorschläge sind auch hier im „keynesianischen“ Cambridge viel häufiger falsifiziert als verifiziert worden.

Leicht gefordert ist die Quadratur des Kreises. Leicht überfordert ist der Mensch.




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