Kein Zugang ist „falsch“ (außer der faschistische)

von macchiato

Skeptisch gegenüber „großen“ politikwissenschaftlichen Theorien von einem generic fascism, für die das Ideologische konstituierend ist, bleiben viele, die soliden geschichtswissenschaftlichen Untersuchungen aller Aspekte der real existierenden Faschismen der Zwischenkriegszeit mehr Aussagekraft beimessen.

Hier bestätigt sich, wie gegensätzlich die Sichtweisen der Geschichts- und der Politikwissenschaft anmuten können (zusätzlich befruchtet von Anthropologen, Soziologen, Psychologen und anderen). Dabei sind sie nur unterschiedlich, durchaus miteinander zu versöhnen, und zwar Erkenntnisgewinn bringend für alle. In dieser Richtung ermutigen uns unter anderen Robert O.Paxton, Zeev Sternhell und Constantin Iordachi zu unserer vereinfachenden, vorläufigen Schlussfolgerung:

Wenn man schon über zwei unterschiedliche methodische Zugänge zum Faschismus verfügt, einen auf dem Weg über die faschistische Ideologie und einen anderen über die faschistische Wirklichkeit, dann kann man vielleicht aus der Not eine Tugend machen, z.B. indem man den Untersuchungsgegenstand zweiteilt in den einen, den ideologischen Faschismus, und den anderen, den real existierenden Faschismus. Möglicherweise entwickelt sich dann mehr konstruktiver Erkenntnisfortschritt, und vielleicht sogar wirklich ein -beschränkter- „neuer Konsens“ zwischen beiden Denkschulen und Disziplinen, der „generischen“ und der „historischen“.  

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